Keine Butter im Haus oder du möchtest einen Kuchen saftiger backen? In vielen Rührteigen lässt sich Butter durch Öl ersetzen. Wichtig ist, nicht einfach dieselbe Menge zu nehmen, denn Butter besteht nicht nur aus Fett.
Warum weniger Öl als Butter?
Butter enthält rund 82 % Fett, der Rest ist vor allem Wasser. Öl ist dagegen fast reines Fett. Ersetzt du 100 g Butter durch 100 g Öl, wird der Teig fettiger und schwerer. Als Faustregel gilt deshalb: Nimm etwa 80 % der Buttermenge als Öl.
Öl ist außerdem leichter als Wasser. 80 g Öl entsprechen ungefähr 85 bis 90 ml. Wenn du keine Waage zur Hand hast, hilft dir die folgende Tabelle.
Umrechnungstabelle Butter zu Öl
| Butter | Öl in Gramm | Öl in Milliliter (ca.) |
|---|---|---|
| 50 g | 40 g | 45 ml |
| 100 g | 80 g | 85 ml |
| 125 g | 100 g | 110 ml |
| 150 g | 120 g | 130 ml |
| 200 g | 160 g | 175 ml |
| 250 g | 200 g | 215 ml |
Den fehlenden Wasseranteil der Butter kannst du bei Bedarf mit ein bis zwei Esslöffeln Milch oder Wasser ausgleichen. Bei Rezepten mit Joghurt, Quark oder viel Obst ist das meist nicht nötig.
Welches Öl eignet sich?
- Rapsöl und Sonnenblumenöl sind geschmacksneutral und die erste Wahl für Rührkuchen, Muffins und Brownies.
- Mildes Olivenöl passt zu Zitronen- oder Orangenkuchen, bringt aber einen eigenen Geschmack mit.
- Kräftige Öle wie natives Olivenöl, Kürbiskern- oder Sesamöl würden den Kuchen deutlich prägen und sind nur für spezielle Rezepte gedacht.
Wo der Tausch funktioniert und wo nicht
Gut geeignet sind Teige, bei denen das Fett vor allem für Saftigkeit sorgt: Rührkuchen, Muffins, Rührteig vom Blech, Brownies und viele Hefeteige für Brötchen oder Zopf. Kuchen mit Öl bleiben oft länger saftig, weil Öl auch im Kühlschrank flüssig bleibt.
Nicht geeignet sind Teige, bei denen feste Butter die Struktur bildet:
- Mürbeteig und Plätzchen, die ausgestochen werden
- Blätterteig und Plunderteig
- Streusel, die krümelig bleiben sollen
- Buttercreme und Frosting
- Rezepte, bei denen der Buttergeschmack im Vordergrund steht, etwa Butterkuchen
Mehr zum Mürbeteig erklärt unser Ratgeber Mürbeteig gelingt sicher.
So änderst du die Zubereitung
Bei Rührteig mit Butter wird diese meist mit dem Zucker cremig geschlagen. Mit Öl entfällt dieser Schritt. Schlage stattdessen Eier und Zucker einige Minuten hell und schaumig und lass das Öl dann in einem dünnen Strahl einlaufen. Danach rührst du die trockenen Zutaten nur kurz unter.
Die Backzeit bleibt in der Regel gleich. Prüfe wie gewohnt mit einem Holzstäbchen, ob kein feuchter Teig mehr daran haftet. Ein Beispiel für einen saftigen Rührkuchen in rechteckiger Form ist unser Apfel-Walnuss-Kuchen mit Joghurt. Wenn du die Form wechseln möchtest, hilft die Tabelle zum Springform-Umrechnen.
Häufige Fragen
Kann ich umgekehrt Öl durch Butter ersetzen? Ja, dann nimmst du etwa 25 % mehr Butter als Öl, also rund 125 g Butter für 100 g Öl, und lässt sie vorher schmelzen und abkühlen.
Schmeckt man das Öl heraus? Mit neutralem Raps- oder Sonnenblumenöl nicht. Der Kuchen schmeckt aber weniger nach Butter. Etwas Vanille oder Zitronenschale gleicht das gut aus.
Geht auch Kokosöl? Kokosöl ist bei Raumtemperatur fest und verhält sich eher wie Butter. Für Rührteig schmilzt du es und verwendest etwa die gleiche Menge wie Öl.