Wenn vom Wochenmarkt mehr Gemüse übrig ist, als du verbrauchen kannst, ist Einfrieren eine gute Lösung. Die meisten Gemüsesorten solltest du vorher kurz blanchieren. So bleiben Farbe, Biss und Geschmack über Monate besser erhalten.
Was beim Blanchieren passiert
Beim Blanchieren gibst du das Gemüse kurz in kochendes Wasser und kühlst es danach sofort in Eiswasser ab. Die Hitze stoppt Enzyme, die im Gefrierfach sonst langsam weiterarbeiten und Gemüse grau, weich oder strohig schmecken lassen. Gleichzeitig wird die Oberfläche gereinigt und das Gemüse fällt etwas zusammen, sodass es weniger Platz braucht.
Schritt für Schritt
- Gemüse waschen, putzen und in gleich große Stücke schneiden.
- Einen großen Topf Wasser sprudelnd aufkochen. Pro 500 g Gemüse rechnest du mit etwa 4 Litern Wasser, damit es schnell wieder kocht.
- Eine Schüssel mit Eiswasser bereitstellen.
- Das Gemüse portionsweise ins kochende Wasser geben. Die Zeit läuft, sobald das Wasser wieder kocht.
- Mit einer Schaumkelle herausheben und sofort ins Eiswasser geben, etwa so lange wie die Blanchierzeit.
- Gut abtropfen lassen und mit einem Küchentuch trocken tupfen.
- Flach in Gefrierbeutel füllen, Luft herausdrücken, beschriften und einfrieren.
Blanchierzeiten im Überblick
| Gemüse | Vorbereitung | Blanchierzeit |
|---|---|---|
| Brokkoli | Röschen | 3 Minuten |
| Blumenkohl | Röschen | 3 Minuten |
| Grüne Bohnen | geputzt, ganz oder halbiert | 3 Minuten |
| Möhren | in Scheiben | 2 bis 3 Minuten |
| Erbsen | ausgepalt | 1 bis 2 Minuten |
| Rosenkohl | geputzt, je nach Größe | 3 bis 4 Minuten |
| Spinat | verlesen | 1 bis 2 Minuten |
| Wirsing und Grünkohl | in Streifen | 2 bis 3 Minuten |
| Kohlrabi | in Stiften oder Würfeln | 2 bis 3 Minuten |
Die Zeiten sind Richtwerte. Große oder dicke Stücke brauchen etwas länger, kleine etwas weniger. Das Gemüse soll innen noch deutlich Biss haben, denn es gart beim späteren Zubereiten weiter.
Gemüse, das du nicht blanchieren musst
- Paprika und Zwiebeln kannst du roh in Streifen oder Würfeln einfrieren.
- Kürbis lässt sich roh in Würfeln einfrieren und eignet sich danach gut für Suppen und Ofengerichte.
- Kräuter frierst du am besten gehackt ein, zum Beispiel mit etwas Wasser oder Öl in Eiswürfelformen.
- Rohe Kartoffeln eignen sich nicht zum Einfrieren, da sie danach eine unangenehme Konsistenz bekommen.
Haltbarkeit und Gefrierbrand
Bei −18 °C hält blanchiertes Gemüse meist 8 bis 12 Monate. Danach ist es nicht verdorben, verliert aber an Geschmack und Struktur. Gefrierbrand entsteht, wenn Luft an das Gemüse kommt und es an der Oberfläche austrocknet. Drücke deshalb möglichst viel Luft aus dem Beutel und verschließe ihn gut.
Ein Tipp für lose Portionen: Breite das abgetrocknete Gemüse zuerst auf einem Blech aus und friere es etwa eine Stunde vor. Danach füllst du es in Beutel. So klebt es nicht zu einem Block zusammen und du kannst genau die Menge entnehmen, die du brauchst.
Gefrorenes Gemüse verwenden
Blanchiertes Gemüse musst du in der Regel nicht auftauen. Gib es direkt in Suppen, Eintöpfe, Pfannen oder Aufläufe und verkürze die Garzeit etwas. Passende Rezepte sind unser Wirsing-Kartoffel-Eintopf, die Rosenkohl-Kartoffel-Pfanne mit Senfrahm oder der Kartoffel-Brokkoli-Auflauf.
Häufige Fragen
Muss das Wasser gesalzen werden? Das ist nicht nötig. Eine Prise Salz schadet nicht, für Farbe und Haltbarkeit spielt sie aber keine wichtige Rolle.
Kann ich auch im Dampf blanchieren? Ja, das funktioniert ebenfalls. Rechne mit etwa eineinhalbfacher Zeit im Vergleich zum Wasserbad.
Darf aufgetautes Gemüse wieder eingefroren werden? Roh aufgetautes Gemüse solltest du nicht erneut einfrieren. Hast du es zu einem Gericht verarbeitet und durchgegart, kannst du das fertige Gericht einfrieren.